J.P. Bimeni & The Black Belts

Künstler

J.P. Bimeni & The Black Belts

Wir sind stolz, die Zusammenarbeit mit einem neuen Künstler anzukündigen:

Auf seinem Debütalbum „Free me“ begeistert der in Burundi geborene JP Bimeni mit einer Stimme, die Otis Redding mit der Seele Afrikas verbindet. Er ist Geflüchteter und lebt seit den frühen 2000er Jahren in London. Bimeni singt Songs über Liebe, Verlust, Hoffnung und Angst, aus denen auch immer sein eigenes Leben und sein außergewöhnliches Schicksal klingen.

Bimeni stammt aus der Königsfamilie von Burundi und musste während des Bürgerkriegs 1993 mit 15 Jahren sein Land verlassen. Nach drei Anschlägen auf sein Leben – seine Schulkameraden wurden getötet, er wurde von bewaffneten Männern auf Motorrädern verfolgt und schließlich in einem Krankenhaus von Ärzten vergiftet – wurde ihm in Großbritannien Asyl gewährt. Dort lebt er bis heute.

Das Album erinnert stark an den klassischen 60s-Sound von Motown und die Grooves, wie wir sie von Stax Records kennen. Zusammen mit dem musikalischen Leiter Eduardo Martínez und dem Songwriter Marc Ibarz hat Bimeni die Songs über Liebe und Verlust geschrieben. Seine eigenen tragischen Erfahrungen geben ihnen eine große Tiefe. „Free Me“ ist echter Deep Soul und der Soundtrack zu einem Leben, das bisher voller Schmerz war: „Singen hat für mich mit Reinigung zu tun: „Musik hilft mir zu vergessen“, erklärt Bimeni.

Auf dem Album wechseln sich harte Funk-Jams mit deepen Balladen voller Gefühl ab, verbunden mit einem ganz eigenen Vibe, Bimenis afrikanischer Spielart von Soul. Der sozialkritische Funk von „Honesty“, das trotzige, erhebende „Fade Away“ oder das herzzereißende „I Miss You“: Mit jeder neuen überraschenden Wendung zeigt Bimeni, wie viel seine Stimme kann. Sein ungewöhnliches Leben gibt den Songs noch eine ganz andere Dimension: „Als ich im Sterben lag, nachdem ich angeschossen wurde, kam ein Priester, um mir die letzte Ölung zu geben“, erinnert er sich. „Ich sah den Priester an und sagte nur: ‚Ich glaube nicht, dass ich jetzt sterben werde. Ich werde noch lange leben, die Welt bereisen und ihr zeigen, dass es mehr als Hass und Mord gibt’“.

Bimeni wurde in der Hauptstadt Bujumbura geboren. Sein Vater war ein republiktreuer Offizier, seine Mutter stammt von der Köningsfamilie ab. Die Spannungen dieser beiden unterschiedlichen Seiten – das Militär hatte die Königsfamilie 1966 abgesetzt – führten bald zu einer Trennung, Bimenis Mutter musste ihn und seine drei Brüder alleine aufziehen. Als Mitglied der ehemaligen Königskaste hatte er eine relativ sorgenfreie Kindheit. Als Schüler eines Internats auf dem Land, das von Nonnen geleitet wurde, begegnete er Kindern aus dem nächsten Dorf, die ihm seine Privilegien vorführten: „Wir hatten Schuhe, sie nicht“. Für Bimeni begann Musik mit Tanz: „In Burundi ist das Tanzen so natürlich wie das Atmen. In der Schule sangen wir traditionelle afrikanische Volkslieder, und jeder sang mit“.

«Burundi ist ein Land, das mit sich selbst Krieg führt – mein eigenes Leben zeigt das.» (J.P. Bimeni)

Der Bürgerkrieg und der folgende Massenmord beendeten 1993 seine sorgenfreie Kindheit abrupt. Ethnische Spannungen haben schon viele verheerende Kriege in Afrika ausgelöst, aber keiner hat so viele Tote hinterlassen wie der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi in Burundi. Hunderttausende Menschen wurden 1994 in einem Genozid ermordet. Auf der Flucht wurde Bimeni angeschossen: „Ich wurde in einem Militärfahrzeug mitgenommen, aber wir hatten Verfolger. Die erste Kugel verfehlte meinen Kopf nur knapp, die zweite durchbohrte meine Brust, beim dritten Versuch war ihnen die Munition ausgegangen. Der Mann, der mich mitgenommen hatte, starb, aber ich konnte mich verstecken“. Bimeni wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde er für einen Militär gehalten und mit Gift injiziert. Eine Krankenschwester verabreichte ihm das Gegengift: „Ich verlor die Hälfte meines Gewichts, von 76 auf 36 Kilo“, erinnert er sich. „Ich war auf der Intensivstation, voller Schläuche, mein Körper voller stinkender Wunden. Die Maschinen, an die ich angeschlossen war, funktionierten nicht richtig“. Nach seiner Erholung in Nairobi erfuhr Bimeni, dass er auf einer Fahndungsliste stand. Er beantragte Flüchtlingsstatus und bewarb sich um ein Stipendium der UN Refugee Agency.

Mit 16 verließ er Afrika, zog nach Wales und besuchte dort das UWC Atlantic College. „Ich war alleine, ein Wrack, auf Schmerzmitteln – aber ich war glücklich, fort zu sein und mich endlich sicher zu fühlen“. Musik war ihm in diesen dunklen Tagen ein Trost: „In Wales kaufte ich mir zum ersten Mal Musik – Compilations von Ray Charles, Otis Redding, Bob Marley und Marvin Gaye“.

Nach zwei Jahren erhielt Bimeni einen Studienplatz an der University of Lancashire für Wirtschaft und Politik. Dort spielte er in einem kleinen Pub sein erstes Konzert. 2001 zog er nach London und tauchte ein in die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten der Stadt: Jam Sessions mit der Band von Roots Manuva, Open-Mics mit Shingai Shoniwa von den Noisettes, und eine Begegnung mit der jungen Adele. Die Einladung, 2013 Teil einer Otis Redding Revue zu werden, führte ihn auf den musikalischen Pfad, den er bis heute verfolgt. Als Gast der Funk-Gruppe Speedometer bei einem Konzert in Spanien 2017 fiel Bimeni Tucxone Records zum ersten Mal auf. Es funkte sofort. Sie brachten ihn mit den „Black Belts“ zusammen – Rodrigo Diaz „Niño“ (Schlagzeug & Percussion), Pablo „Bassman“ Cano, Fernando Vasco „Two Guns“ (Gitarre), Ricardo Martínez (Trompete) und Rafael Díaz (Saxophon). Mit ihnen nahm Bimeni das Album in Madrid im Winter 2017 auf.

Musik ist für Bimeni eine Frage des Überlebens: „Wir können uns nicht nur die ganze Zeit mit unserem Schmerz und unseren Problemen beschäftigen. Wir müssen sie auch verbannen und den Leerraum füllen, in dem es vorher nur Schmerz, Sorge und Panik gab“. Er ist ein Soul-Sänger, durch den der Spirit spricht. Sein Optimismus ist ansteckend: „Ich träume davon, eines Tages nach Burundi zurückzukehren – aber ich erinnere mich immer daran, dass diese Schüsse auf mich dazu geführt haben, dass ich die Welt sehen kann“

Tourneezeitraum: Sommer 2019 und auf Anfrage